Worte, die trösten

Worte, die trösten


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Veröffentlicht von Martin Goetz-Schuirmann am Samstag, 2. Mai 2020, 18:00 Uhr
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Wenn ich mich verunsichert oder hilflos fühle, dann wünsche ich mir Zuversicht und Trost. Was ist das genau: Trost? Trost ist Nähe. Es kann die Nähe eines Menschen sein – wie sehr vermisse ich die körperliche Nähe von Menschen, die mich trösten allein dadurch, dass sie neben mir sitzen, mich umarmen oder meine Hand drücken. Zurzeit geht das nicht.

Dann kann es sehr tröstlich sein, sich an gute Worte zu erinnern und sie leise vorzusagen. Viele kennen ja Sätze aus dem 23. Psalm auswendig.

 Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Mir wirklich nicht: Haus, Garten, Essen, Sonne.

Aber anderen? Kein Dach über dem Kopf, kein Auslauf, kein Geld für Essen.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Ja! In diesen Tagen, ein Ja aus tiefster Seele. Satte grüne Wiesen, blühende Bäume, knospende Büsche.

Doch Bäche trockne aus, weil der Regen fehlt.

Er erquicket meine Seele.

Da zögere ich. Was erreicht meine Seele wirklich? Das angsterfüllte „Nie wird es wieder so, wie es war“ von außen

oder ein hoffnungsvolles „Fürchte dich nicht“ von innen?

Was lebt ganz innen drin und bewegt mich da?

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.                 

Hoffentlich!

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

Da werfen viele gerade einen Blick hinein.

Durch welches Tal muss ich wandern?

Durch welches meine Liebsten?

Wie finster wird es werde?

fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Ja, das ist doch die Hoffnung, dass du bei mir bist im dunklen Tal, mein Trost.

Und nein: Ich fürchte mich, fühle mich schutzlos wie selten zuvor.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.                 

Immer neu kann ich Feinde aufzählen, äußere und innere.

Jetzt sind welche dazu gekommen, nur unterm Mikroskop zu sehen, aber mächtig.

Was für ein Bild:

Ich sitze fröhlich essend am Tisch und die Viren umringen mich,

können mir den Appetit aber nicht verderben.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.                 

Tust du das? Darf ich hoffen? Wirklich?

Wann? Noch zu Lebzeiten oder dann?

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

So sei es.Amen!

 

Ihnen und Euch einen gesegneten Sonntag und viel Trost und Zuversicht in der neuen Woche.

Kirstin Kristoffersen

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