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75 Jahre auf dem Weg zur Freiheit

75 Jahre auf dem Weg zur Freiheit


# Neuigkeiten
Datum der Veröffentlichung Veröffentlicht von Martin Goetz-Schuirmann am Samstag, 2. Mai 2020, 13:00 Uhr
75 Jahre auf dem Weg zur Freiheit

Der 8. Mai 1945 ist das offizielle Ende des 2. Weltkriegs. Kapitulation? Niederlage? Befreiung? Stunde Null? (K)ein Tag zum Feiern? Dies Datum markiert das Ende des Grauens der Herrschaft der Nazis mit all ihren Verbrechen, des Völkermords und des Weltkriegs, den sie angerichtet haben. Befreiung der Gefangenen der KZs und der Menschen in den vom Nazi-Deutschland überfallenen Ländern. Doch was war es für die Deutschen, die so viele Jahre im System der NS-Herrschaft funktionierten, profitierten, „ihre Pflicht erfüllten“?  Nicht leicht zu beantworten. So vielschichtig die Erfahrungen von Schuld, von Leid, von Mitmachen und Zuschauen, von Angst und Gewalt, von Verstrickung und Verzweiflung, von Verlust und Trauer.

Der 8. Mai wurde in der DDR als gesetzlicher Feiertag der Befreiung vom Faschismus begangen. In der BRD blieb er lange ein Tabu-Thema. Erst 25 Jahre später, 1970, sprach Bundeskanzler Willy Brandt erstmals vom „Tag der Befreiung“ in seiner Regierungserklärung. Damit löste er heftigen politischen Widerstand aus: „Niederlagen feiert man nicht“.

Ein Ausdruck der Befangenheit durch die bis dahin nicht aufgearbeitete Geschichte. Dem stellte sich Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit seiner wegweisenden Rede am 8. Mai 1985.

Zehn Jahre später, am 8. Mai 1995 setzte die Auferstehungskirchengemeinde einen großen Findling mit der Inschrift „Die Toten beklagen wir. Die Lebenden mahnen wir.“ an den Ort des Kriegerdenkmals an der Ecke Luruper Hauptstraße/Flurstraße.

Noch immer prangt das Eiserne Kreuz, ein Ikone des Militarismus und der Verbrechen der Wehrmacht im 2. Weltkrieg, auf der Stele, die 1935 in der Vorbereitung des 2. Weltkriegs errichtet wurde. Der Denkmalschutz will es so.

Drumherum jetzt kleine Steine. Viele mit der Inschrift „Frieden“ in vielen Sprachen. Jedes Jahr eine neue Mahnung zum Frieden. Der letzte Stein 2019 mit der Inschrift „You are never too small to make a difference“.

85 Jahre Kriegerdenkmal – 25 Jahre Mahnmal mit Friedensbotschaften.

Entwickelt dieser Gedenkort Botschaften in einer klaren Sprache?

Und wie soll unser Gedenken des 8. Mai 1945 nach 75 Jahren aussehen?

Doch ein Anlass zum Feiern aus der Distanz der Betrachtung?

Dazu wollten wir in Auferstehung Lurup das Gespräch suchen.

Wir wollten am Sonntag, 10. Mai,  zu einem Gottesdienst zur Erinnerung und Orientierung unter dem Motto „Auf dem Weg zur Freiheit“ einladen.

Und wir wollten am Nachmittag ein Konzert "Wenn ich nur glauben könnte" mit Werken von Bach, Mendelssohn und Mahler durchführen.

Diese Veranstaltungen zum Gedenken können wir im Mai auf Grund der aktuellen Situation nicht durchführen.

Wir warten dafür auf den Herbst.

Zu einer Besinnung auf den 8. Mai laden wir dennoch ein. Mit einer Aktion für Einzelne am Mahnmal. 

Bringt euch ein: Mit Worten (im Buch des 8. Mai im Zelt) und Blumen (in die Vasen am Mahnmal) - Gesten und Gedanken -  Danks - Klage - Hoffnung für das Leben in Frieden und Freiheit und Verbundenheit der Völker. 

Diese Aufgabe bleibt,die Freiheit zu gestalten als gesellschaftliche Herausforderung in dieser Zeit, in der neuer Hass gesät wird. Darum braucht es klares Bewusstsein für die Verbrechen der Vergangenheit und für die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft. 

Und am Sonntag, 10. Mai, gibt es eine "Hörzeit Extra": "Fensterklang" aus der Auferstehungskirche von Orgel und Piano und kurze Impulse zum 75. Jahrestag des Endes des 2. Weltkriegs. 


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